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Die Corona-Krise erreicht den Immobilienmarkt – werden sich die Immobilienpreise ändern?

Bei Eigentümern von Immobilien macht sich die Corona-Krise bemerkbar, der Immobilienmarkt steht momentan still. Zurecht, denn Experten befürchten negative wirtschaftliche Konsequenzen durch die Pandemie. Der Tourismus und Gewerbebereich sind von der Krise besonders betroffen, aber auch der Wohnbereich spürt die Krise.

Ist der Immobilienboom nun vorbei? Expertenmeinungen gehen auseinander!


Eine Schlagzeile jagt die andere: „Die Immobilien-Blase platzt!“ oder „Die Corona-Krise friert den Immobilienmarkt ein!“ Wir versuchen die Expertenmeinungen zu entschlüsseln und die Frage, welcher Trend zu erkennen sei, zu beantworten. Wie wird sich der Immobilienmarkt entwickeln? Welche Auswirkung wird das Coronavirus auf das Preisniveau von Immobilien haben? Welche wirtschaftlichen Schäden wird die deutsche Wirtschaft insgesamt haben?

Die Immobilien-Blase wird platzen, sagen die Pessimisten


Die Corona-Krise ist für einige Experten der Wendepunkt auf dem Immobilienmarkt. Die Pessimisten prognostizieren einen Rückgang der Kaufkraft von Wertanlagen. Denn viele Mieter und Kaufinteressenten sind von der neuen Notlage besonders betroffen. Kurzarbeit, der Verlust des Arbeitsplatzes oder auch andere wirtschaftliche Schwierigkeiten sind Auswirkungen der Krise, somit ist die Risikobereitschaft von Neuinvestitionen erstmals gesunken. Allgemein lässt sich sagen, dass Haushalte sich in der Rezession bei großen Investitionen zurückhalten werden. Ebenfalls schützt die Politik die Mieter, indem die Vermieter für einen bestimmten Zeitraum daran gehindert sind, Mietern bei Zahlungsverzug zu kündigen. Für Mietrückstände in der Zeit vom 1. April bis 30. Juni 2020 darf der Vermieter in einem Zeitraum von zwei Jahren das Mietverhältnis nicht kündigen. Dieser zusätzlicher Schutz lässt Investitionen sinken. Zusätzlich sind die Grenzen nach Deutschland geschlossen, sodass Investitionen aus dem Ausland nicht getätigt werden können. Die Pandemie hat eine wirtschaftliche Regression eingeleitet und wie weit diese Depression reicht, lässt sich bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Diese Herausforderungen müssen erstmals gemeistert werden, sodass man wieder von einem Wachstum sprechen kann und das kann Jahre dauern.

Kurzfristiger Stillstand auf dem Immobilienmarkt, laut den Optimisten


Die andere Seite sieht die jetzige Krise als temporären Zustand, den wir schnell überwinden werden. Laut den Experten gelten die strukturellen Faktoren, die für den Boom verantwortlich sind, auch nach der Pandemie. Die strukturellen Faktoren sind die hohe Wohnungsnachfrage bei gleichzeitig zu wenig Neubau, das Niedrigzinsumfeld und der Zuzug in die Städte. Und diese Faktoren lassen sich so schnell nicht abschalten. Ebenfalls ist von einem Rückgang der Hypotheken- und Baukredite noch nichts zu spüren, berichtet der Verband deutscher Pfandbriefbanken. Die Nachfrage nach privater Immobilienfinanzierung ist noch immer groß, jedoch ist auch ein leichter Rückgang von Baufinanzierung und Hypotheken zu erkennen. Grundsätzlich prognostizieren die Experten, dass sich die Nachfrage mittelfristig stabilisieren werde. Dieser positive Umschwung lässt sich jedoch nur verwirklichen, wenn die Rezession eine Delle in der Wirtschaft hinterlässt und somit nur wenige langfristige Herausforderungen folgen. Die Deutsche Bank erhofft sich eine schnelle wirtschaftliche Erholung, somit wäre die Immobilien-Blase nicht geplatzt.

Corona und die Frage nach dem Immobilienpreis


Wie sich die jetzige Krise insgesamt auf das Preisniveau konkret bei Immobilien auswirken wird, ist noch nicht abzuschätzen. Jedoch schätzen die Experten, sowohl die Optimisten als auch die Pessimisten, von einem Rückgang des Preisniveaus. Das auf den Immobilienmarkt spezialisierte Forschungsinstitut Empirica prognostiziert, dass die Preise um 10 bis 25 Prozent fallen könnten. Das Institut der Deutschen Wirtschaft rechnet in diesem Jahr mit einem Rückgang der Preise bis zu 12 Prozent.

Auch wie lange der Abwärtstrend anhalten wird, kann nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden. Allerdings wird die Krise nicht von heute auf morgen bewältigt sein, es kann sich bei der Baisse im Immobilienbereich um einen sehr langen Zeitraum handeln. Dabei sind außerdem viele Schwankungen zu erwarten, da sich die Krisensituation noch weiter verschärfen kann. Werden beispielsweise die Beschränkungen durch eine zunehmende Corona-Krise noch weiter intensiviert, kann die Entwicklung überhaupt nicht mehr eingeschätzt werden. In solchen unsicheren Zeiten sind immer weniger Menschen bereit, ihr Geld in Immobilien zu investieren. Sie halten das Geld zusammen. Die Gesellschaft und Wirtschaft sind gerade allgemein mit einer so in den letzten 100 Jahren nicht gekannten Herausforderung konfrontiert und wie wir diese Krise verlassen, steht noch in den Sternen geschrieben.

Immobilie jetzt noch verkaufen


Noch steht die Negativentwicklung, die der Immobilienbranche durch die Corona-Krise droht, am Anfang. Jetzt besteht für Immobilieneigentümer noch eine Gelegenheit, die eigene Immobilie zu einem marktähnlichen Preis zu verkaufen. Allerdings ist ein schnelles Handeln gefragt, damit nicht ein zunehmender Werteverlust der eigenen Immobilie in Kauf genommen werden muss.



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