Article title image

Maklergebühren künftig günstiger für Käufer

Wer ein Haus oder eine Wohnung verkaufen möchte, der hat die Wahl diese selbst auf Immobilienportalen zu inserieren, oder er beauftragt einen Makler. Ein Makler übernimmt dabei alle wichtigen Tätigkeiten für den Hausverkauf. Er bereitet Unterlagen vor, macht aussagekräftige, ansprechende Fotos und erstellt das Exposé.

Mit diesem professionellen Service steigert man die Verkaufschancen des eigenen Objekts enorm. Das lässt sich ein Makler natürlich gut bezahlen. Bisher ist es jedoch in einigen Bundesländern so, dass die Käufer für die Maklercourtage aufkommen müssen, auch wenn sie den Makler nicht beauftragt haben.

Ein neues Gesetz soll hier für mehr Fairness sorgen. Es soll den Verkäufer und Käufer gleichermaßen an den Maklerkosten beteiligen, gesetz dem Fall, der Verkäufer hat den Makler beauftragt. Alle wichtigen Infos zu dieser Neuerungen erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist die Maklerprovision?


Die Maklerprovision, oft auch Maklercourtage genannt, ist die Bezahlung für den Makler, wenn er erfolgreich ein Haus verkaufen oder eine Wohnung vermieten kann. Wichtig hierbei ist, dass die Bezahlung an den erfolgreichen Abschluss gebunden ist. Also dann, wenn der Verkauf oder die Vermietung nachweislich über den Makler zustande gekommen ist.

Abhängig ist die Höhe der Maklercourtage immer vom Verkaufspreis der Immobilie. Möchten Sie zum Beispiel eine Immobilie verkaufen in Berlin, wäre die fällige Provision hierfür weitaus höher, als bei einem Verkauf im ländlichen Brandenburg.

Die aktuelle Lage


Eine bundesweite Regelung hinsichtlich der Maklerprovision gibt es nicht. Allerdings haben sich einige Gepflogenheiten etabliert. So ist es zurzeit so, dass die Maklercourtage in manchen Bundesländern vollständig vom Käufer übernommen werden muss. Dazu gehören Berlin, Brandenburg, Hessen, Bremen und Hamburg. 

Doch auch in Niedersachsen oder anderen Gebieten mit einem angespannten Immobilienmarkt kann dies vorkommen. In den anderen Bundesländern ist es so, dass die Partei, die das Haus zum Verkauf stellt, sich die Gebühren je zur Hälfte mit der Käuferpartei teilt. 

Gleiches gilt für die Höhe der Maklercourtage. Sie ist nicht festgelegt und lässt sich individuell mit dem Makler verhandeln. Von 3 % für hochpreisige Immobilien bis 10 % für niedrigpreisige Immobilien sind alle Beträge möglich.

Allerdings haben sich bezüglich der Gestaltung der Gebühren gewisse Leitlinien entwickelt. So liegt der Großteil, abhängig vom Bundesland, zwischen 5,95 % und 7,14 %. Beispielsweise werden beim Immobilien Verkauf in Berlin 7,14 % fällig, die der Käufer alleine tragen muss. Beim Verkauf in München hingegen 6 %, die sich Käufer und Verkäufer teilen.

Das Bestellerprinzip


Ein Makler kann nicht nur für einen Immobilienverkauf beauftragt werden, sondern auch für die Suche eines Mieters. So machen Vermieter häufig von einem Makler Gebrauch, um ihre Objekte schneller vermietet zu bekommen.

Hier gilt seit Mitte 2015 das Bestellerprinzip. Dies besagt, dass derjenige den Makler bezahlt, der ihn auch engagiert. In der Mehrheit der Fälle ist das der Vermieter, wodurch der Mieter ohne Extrakosten den Vertrag unterschreiben kann.

Die zukünftigen Änderungen


Ein ähnliches Prinzip soll spätestens ab 2021 auch im Bereich des Immobilienverkaufs in Kraft treten. Dabei soll derjenige, der den Makler beauftragt, mindestens die Hälfte der Maklercourtage übernehmen. 

Das Gesetz soll der Entlastung von Käufern dienen und die Bildung von Wohneigentum erleichtern. Denn Kaufnebenkosten können, gerade in Städten, die Gesamtkosten beträchtlich in die Höhe treiben. Ein Beispiel des Immobilienmarktes Berlin anhand der alten und neuen Regelung:

Eigentumswohnung verkaufen Berlin (bisherige Regelung)

Wohnung in Berlin-Neukölln für 500.000 €. 

Der Grunderwerbsteuer von 6 % entsprechen 30.000 €.
Den Notarkosten von 1,5 % entsprechen 7.500 €.
Den Maklergebühren von 7,14 % entsprechen 35.700 €.
 
 Das ergibt eine Gesamtsumme für die Kaufnebenkosten von 73.200 €.

Wohnung verkaufen Berlin (neue Regelung)

Wohnung in Berlin-Neukölln für 500.000 €. 

Der Grunderwerbsteuer von 6 % entsprechen 30.000 €.
Den Notarkosten von 1,5 % entsprechen 7.500 €.
Den geteilten Maklergebühren von 3,57 % entsprechen 17.850 €.

Das ergibt eine Gesamtsumme für die Kaufnebenkosten von 55.350 €. Das sind 17.850 € weniger, welche zum Beispiel als Anzahlung genutzt werden können. 

Das neue Gesetz sieht außerdem vor, dass der Käufer seinen Anteil der Maklerkosten erst überweisen muss, wenn der Anteil des Verkäufers eingegangen ist. Dadurch soll eine Zwangslage des Käufers vermieden werden. Denn bisher können die Kosten leicht auf den Käufer übertragen werden, indem der Verkäufer sie schlichtweg nicht bezahlt. Diese Art der Umgehung will diese Regelung verhindern. 
 
 Allerdings warnt der Bauherren-Schutzbund davor, dass die Mehrkosten von demjenigen, der die Eigentumswohnung verkaufen möchte, einfach auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden. 

Fazit


Das vorgeschlagene Gesetz hinsichtlich der Maklerprovision ergibt durchaus Sinn. Wer ein Haus zu verkaufen hat und dafür einen Makler beauftragt, sollte nicht von den Kosten dafür entbunden werden. In den meisten Bundesländern ist eine Kostenteilung deshalb Gang und Gebe. 

Besonders für Käufer in Brandenburg, Berlin, Hamburg, Bremen und Hessen könnte das Gesetz eine ausschlaggebende Senkung der Kaufnebenkosten bedeuten. Jedoch steht es den Verkäufern frei, den Kaufpreis der Immobilie zu erhöhen.

Möchte jemand demnächst also sein Haus verkaufen in Berlin, so schlägt er die zusätzlichen Gebühren vielleicht einfach auf den Kaufpreis auf. Inwiefern dieses Gesetz also tatsächlich den Käufern weiterhilft, wird die Zukunft zeigen. 


Neueste Artikel